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Allgemeines  Heu Pellets Heu Leckerlies Don´ts
(Hyperlinks/Anker werden gesetzt, sobald ich weiss, wie es geht)

Allgemeines :

Das wohl sensibelste Thema in der Chinchillahaltung ist die Ernährung.

Chinchillas leben in der Natur in einem sehr kargen, wüstenähnlichen Umfeld. Aus diesem Grund kommen sie mit sehr karger Kost und auch mit sehr wenig Wasser aus. Ihre Verdauung ist daher nur auf trockene und karge Kost ausgelegt. Die wenigen Nährstoffe werden sehr gut in Energie umgewandelt.

In der Heimtierhaltung besteht oft das Problem, dass die Tiere falsch gefüttert, bzw. mit Nährstoffen über- oder unterversorgt werden.Dies kann langfristig zu den verschiedensten Krankheiten (z.B. Ziegenrücken) führen.

Das Problem hierbei ist, dass viele Krankheiten erst nach ein paar Jahren bemerkt werden - meist erst dann, wenn es bereits zu spät ist.

Neben der Problematik der Überversorgung mit Nährstoffen, kann man auf der anderen Seite oft eine Unterversorgung der Tiere durch eine zu einseitige Ernährung erkennen.  Diese Unterversorgung zeigt sich innerhalb eines kürzeren Zeitraumes durch z.B. weiße/helle Zähne, Gewichtsverlust, Krampfanfälle, etc.

In vielen Fällen zeigt sich eine Fehlernährung innerhalb kurzer Zeit in der Kotbeschaffenheit.

Der Kot sollte täglich kontrolliert werden. Es gibt keine Normgröße für die Köttel.

Die Köttel der einzelnen Chinchillas können unterschiedlich groß oder dick sein. Allerdings sollten sie nicht zu weich sein. Optimalerweise sind sie saftig dunkelbraun und trocken.

Wichtig ist, dass die Kotbeschaffenheit dauerhaft gleich bleibt.

Störungen wie z.B. Durchfall oder Verstopfung können hier und da einmal auftreten, sollten aber nach spätestens 3-4 Tagen von selbst wieder verschwunden sein (falls dies nicht der Fall ist, bitte umgehend Rücksprache mit dem Tierarzt halten!). 

Chinchillas haben einen Stopfmagen. D.h. die Verdauung funktioniert nur, wenn der Magen permanent Nahrungsbrei in den Darm schiebt. Eine Unterbrechung dieses Vorganges kann dazu führen, dass die Verdauung zusammenbricht. Dies kann innerhalb von kurzer Zeit tödlich enden.

Deshalb sollte permanent Futter zur Verfügung stehen.

Chinchillas können sich nicht übergeben. Das lässt die Anatomie nicht zu.Daher sind Vergiftungen meist sehr fatal für sie, da der vergiftete Mageninhalt nicht instinktmäßig ausgewürgt werden kann.

Die Tatsache, dass Chinchillas Nagetiere sind, ist auch ein wichtiger Aspekt für die Ernährung.

Die Zähne wachsen permanent und müssen dauernd abgenutzt werden. Die vorderen Nagezähne werden durch den Nagevorgang regelmäßig abgeschliffen.

Die Backenzähne müssen auch permanent abgenutzt werden, da sie sonst Fehlstellungen bilden können. Diese Fehlstellungen führen im schlimmsten Fall nach einigen qualvollen Behandlungen durch den Tierarzt zum Tod.

Heu fördert den Abrieb der Backenzähne und versorgt die Verdauung mit ausreichend Rohfasern. Es sollte daher neben den Pellets die Hauptnahrung sein.                 

Chinchillas brauchen immer Appetit, damit sie Lust auf Heu haben.

In einem Buch schrieb der Autor sinngemäß: " Chinchillas muß man füttern wie armer Leuts´ Kinder..."

Weiterhin muss man beachten, dass Chinchillas sehr naschfreudige Tiere sind. Leider können sienicht unterscheiden, was gut oder schlecht für sie ist. Sie knabbern alles an und wenn es ihnen schmeckt, wird es gefressen.

Sie betteln auch regelrecht nach Leckerlis und der Halter hat nicht immer die Willensstärke, dem Betteln zu widerstehen.

Hier gilt es zu beachten, dass jedes Leckerli (oder sonstiges) die Tiere ein Stückchen satter macht und sie deshalb als Folge weniger Heu fressen, was letztlich zu Zahnproblemen führen kann.

Futter :

Wie soll die Nahrung von Chinchillas aussehen ?

Wie eingangs bereits erwähnt, sollte die Nahrung der Chinchillas nicht übermäßig üppig ausfallen.

Heu :

Das Heu sollte permanent zur Verfügung stehen. Gutes Heu erkennt man an der „knackigen“ Konsistenz. Es darf nicht muffig riechen. Optimalerweise erinnert der Geruch an Tee.

Damit der Vorrat lange hält, muss es trocken und sauber gelagert werden. Feuchtes Heu neigt zur Schimmelbildung und kann somit bei Verzehr Krankheiten verursachen.

Wenn man sich das Heu selbst bei einem Landwirt besorgt, muss man darauf achten, dass es frei von giftigen Kräutern/Gewächsen (z.B. Herbstzeitlose) ist.

Außerdem kann es passieren, dass man sich durch das Heu Parasiten einschleppt. Daher rate ich zum Kauf von gutem Markenheu, weil es meist sauberer ist als das Heu direkt vom Landwirt.

Weiterhin sollte man lediglich pures Heu ohne Kräuterbeimischungen geben (maximal Bergwiesenheu). Ein Mix aus Kräutern kann wegen der unterschiedlichen Heilwirkung der einzelnen Kräuter auf Dauer schädlich sein.

Ein Chinchilla sollte mindestens 1 handvoll Heu am Tag fressen.

Pellets :

Inzwischen haben sich die Pellets als Nährstofflieferant etabliert.

Grundsätzlich sollte man gute Markenpellets geben (z.B. Bavaria Chinchilla, Ovator, Berkel, etc.).

Nur diese Markenpellets garantieren die optimale Nährstoffzusammensetzung und gleichen den Nährstoffbedarf der Tiere aus.

Man sollte sich dauerhaft für 1 Marke entscheiden, da eine Futterumstellung nicht ganz unproblematisch ist. Die Futterumstellung muss Schritt für Schritt über mehrere Tage hinweg durchgeführt werden, da es sonst zu ernsthaften Verdauungsproblemen kommen kann.

Deshalb ist es wichtig eine Marke zu wählen, bei der man leicht an Nachschub kommt.

Da die Nährstoffe mit der Zeit in den Pellets verfliegen, dürfen sie nicht älter als 3 Monate sein. Viele Hersteller geben leider ein Mindesthaltbarkeitsdatum von 12 Monaten an. Lassen Sie sich hierdurch nicht beirren. Nach 3 Monaten sind die Pellets unnütz und müssen ausgetauscht werden.

Auch bei der Lagerung der Pellets sollte auf entsprechende Hygiene geachtet werden. Über verdorbene Pellets können sich die Tiere mit Krankheiten anstecken.

 Über die Portionsgröße von Pellets gibt es unterschiedliche Ansichten.

Bisher habe ich es immer so gehandhabt, dass der Futternapf immer randvoll mit Pellets war, damit sie zumindest 2 Tage versorgt waren falls mir unvorhergesehen durch z.B. einen Unfall etwas zustößt.

Durch eine Proteus-Verkeimung von zweien meiner Chinchillas war ich gezwungen, eine Art Pelletsdiät zu halten.

Ich musste den Rohproteingehalt im Futter zurückfahren und erreichen, dass die Chinchillas mehr Heu fressen, damit die Rohfaser den Keim aus dem Darm fegt.

Bei dieser Gelegenheit habe ich die Pelletsration auf etwa 1 bis 1,5 EL Pellets pro Tier am Tag reduziert.

Erstaunlicherweise konnte ich beobachten, dass das Gewicht von allen Tieren trotz reduzierter Pelletsgabe zunahm und der gestiegene Appetit auf Heu hat hoffentlich eine positive Auswirkung auf den Abrieb der Backenzähne.

Aufgrund dieser Erfahrung gebe ich seither täglich nur noch 1,5 EL Pellets pro Tier.

Die Hauptnahrung sollte aus Heu und Pellets bestehen !

Heu sorgt für den Abrieb der Backenzähne und versorgt das Chinchilla mit den benötigten Rohfasern - Pellets sorgen für den Nährstoffausgleich.

Dies hat m.E. nur Vorteile:

  • weniger Belastung der angeschlagenen Darmflora durch das Rohprotein,
  • weniger Müll, da alle Pellets restlos aufgefuttert werden,
  • mehr Appetit auf Heu, da sie weniger satt durch die Pellets sind,
  • erstaunlicherweise konnte eine Gewichtszunahme verzeichnet werden,
  • sie freuen sich sogar über ein Pellet als Leckerli-Ersatz

Leckerlis:

Prinzipiell sollte sehr sparsam mit der Gabe von Leckerlis umgegangen werden. Jedes Stückchen unnötiges Futter macht das Chinchilla ein bisschen mehr satt und trägt dazu bei, dass weniger Heu gefressen wird.

Weiterhin kann es passieren, dass bei einer zu übermäßigen Gabe die Verdauung gestört werden kann (z.B. Ziegenrücken).

Auch über die Arten der Leckerlis gibt es unterschiedliche Ansichten, auf welche ich nicht näher eingehen möchte.

Meine Chinchillas bekommen dann und wann ein Leckerli zugesteckt.

 Folgende Leckerlis stehen auf meiner Liste:

  • Hagebutten (ganze oder gestoßene Früchte),
  • einzelne Kräuter (Brennnessel, Mariendistel),
  • Apfelstückchen (frischer oder getrockneter Apfel),
  • Mariendistel,
  • getrocknete Brennnessel

Don´ts in der Chinchilla-Ernährung :

Grundsatz in der Chinchilla-Ernährung:

Nicht alles, wo geeignet für Chinchillas auf der Verpackung steht, ist auch tatsächlich gut für Chinchillas.
  •          Kein Frischfutter !
  •        Kein Mischfutter !
  •    Kein Getreide ! 
  •          Keine Rosinen !
  •         Keine Karotten oder sonstiges Gemüse !
  •          Keine Bananen !
  •          Keinen Pizzateig !
  •          Keine Reste von einem Leberwurstbrot !

Die Verdauung ist sehr empfindlich und gerät bei kleinsten Störungen leicht aus dem Gleichgewicht.