Verhalten:

Chinchillas sind Herdentiere.

In der freien Natur leben Chinchillas in Herden von einigen Dutzend Tieren. Aus diesem Grund sollten sie nie alleine gehalten werden. Der Mensch kann einen Artgenossen nicht ersetzen. Wer sich einmal 5 Minuten vor einen Käfig mit mehreren Chinchillas gesetzt hat, weiß was ich meine.

Das Gerücht, dass einzeln gehaltene Chinchillas zahmer werden, ist schlichtweg falsch.

Weiterhin ist es nicht korrekt, dass ein Tier sich nicht mit einem anderen vergesellschaften lässt. Man muss es nur mit dem richtigen Partner versuchen. Oft funktioniert eine Vergesellschaftung nicht, weil sie entweder falsch durchgeführt, oder mit einem falschen Partner versucht wurde.

Ein Chinchilla kann in jedem Alter (auch nach langer Einzelhaft) mit einem Partner vergesellschaftet werden. Manchmal braucht man mehrere Anläufe, weil die Chemie zwischen den Tieren nicht stimmt.Deshalb ist es hilfreichm wenn man sich bei einem Züchter mehrere mögliche Partner für sein Tier aussucht und bei einer mißglückten Vergesellschaftung auf ein anderes Tier zurückgreifen kann.

Außerdem kann man ein einzelnes Chinchilla nie lange alleine lassen – bei mindestens 2 Tieren pro Käfig ist das etwas anderes. Sie können sich mit sich selbst beschäftigen und der Halter kann getrost einmal einen Abend ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen ausgehen.

Chinchillas sind nachtaktiv.

Das macht die Haltung besonders für Berufstätige interessant. Während der Halter tagsüber arbeitet, schlafen sich die Chinchillas aus. Damit sie allerdings tagsüber ausschlafen können, muss man beim Käfigstandort einiges beachten (siehe auch Haltung).

Bevor der künftige Halter sich für ein Tier entscheidet, sollte er es in seiner aktiven Phase in den Abendstunden beobachten. Nur in dieser Zeit lässt sich ein grobes Bild von dem Charakter des Tieres machen.Die Tatsache, dass sie nachtaktiv sind und meist erst zwischen 18.00 und 20.00 Uhr wach werden, macht sie wiederum für Kinder unattraktiv (von den Anschaffungs- und Unterhaltskosten einmal ganz abgesehen). Außerdem sind die komplizierten Haltungsbedingungen für Kinder viel zu schwer einzuhalten. Sicherlich ist es für die Entwicklung eines Kindes förderlich Verantwortung in Form von einer Tierhaltung zu üben. Aber dies sollte nicht an so kompliziert zu haltenden Tieren wie Chinchillas ausprobiert werden. Die lange Lebenserwartung vergrößert m.E. noch die Wahrscheinlichkeit, dass die Tiere irgendwann während der Pubertät des Kindes im Tierheim landen.

Die artgerechte Haltung von Chinchillas stört die „artgerechte“ Entwicklung von Kindern !

Chinchillas sind Fluchttiere.

Flucht ist bei Chinchillas die beste Verteidigung. Sie haben in ihrer natürlichen Umgebung einige Fressfeinde. Da sie über keine natürlichen Waffen (scharfe Zähne oder Krallen) verfügen, bleibt ihnen als letztes Mittel meist nur ihre Vorsicht und letztlich die Flucht.Die Anordnung der Augen am Kopf ermöglicht ihnen ein sehr breites Blickfeld, sodass sie Feinde teilweise schon fast von hinten erkennen. Sollte trotz aller Vorsicht ein Chinchilla in der Klemme sitzen, so kann es Teile des Fells abstoßen und somit aus dem Griff des Feindes entfliehen. Dies kann jeder Halter beobachten, wenn er sein Chinchilla fangen muss.

Chinchillas sind Nagetiere.

Chinchillas müssen regelmäßig nagen, weil die Zähne permanent wachsen. Aus diesem Grund nagen sie alles an, was ihnen über den Weg läuft. Daher sollte gerade der Auslauf nagersicher sein.

Kabel, Pflanzen, Tapete, Möbel, Teppiche,etc. können schädlich für die Monster sein.

Chinchillas verstecken Krankheitssymptome.

Eine Eigenart von Chinchillas ist das Verstecken von Krankheitssymptomen. Der Grund liegt darin, dass kranke Tiere von der Gemeinschaft ausgeschlossen werden und Krank aussehende Tiere meist von Fressfeinden bevorzugt angegriffen werden. Es kam in der Heimtierhaltung bereits vor, dass Chinchillas mit einem Knochenbruch oder einer Fleischwunde ohne zeitnahes Bemerken durch den Halter wochenlang lebten. Teilweise kamen die Symptome per Zufall an ´s Licht oder die Krankheit wurde so lange verschleppt, bis sich die Symptome gar nicht mehr zurückhalten ließen. Und genau dann ist es meist schon zu spät! Wenn ein Chinchilla Symptome für eine Krankheit zeigt, dann ist sie meist schon sehr weit fortgeschritten. Der Halter sollte seine Tiere genau kennen und beobachten, damit ihm kleinere Anomalitäten zeitnah auffallen.

Zahmheit

Chinchillas können zwar, aber müssen nicht zahm werden.

Der Halter darf nicht erwarten, dass seine Chinchillas zahm werden. Aufgrund der Tatsache, dass sie Fluchttiere sind, dauert die Erreichung eines Zahmheitsgrades mitunter teilweise mit Rückschritten sehr lang. Wichtig ist, dass alles ohne Zwang geschieht.

Es gibt mehrere Stufen derZahmheit :

  • Gitterzahmheit,
  • Handzahmheit,
  • völlige Zahmheit.
Es existiert noch eine detailliertere Einteilung mit etwa 12 Stufen. Allerdings fällt diese Einteilung bereits in das Gebiet Tierpsychologie und wird im normalen Heimtierhalterbereich eigentlich so gut wie nicht gebraucht.

Gitterzahmheit:

Das Chinchilla kommt neugierig und mit viel Vorsicht an das Käfiggitter und nimmt Leckerlis entgegen.

Handzahmheit:

Das Chinchilla klettert bereits auf der Hand, den Armen oder dem Körper des Halters herum.

Diese Stufe ist vollkommen in Ordnung.

völlige Zahmheit:

Diese Stufe kann eintreten - muss aber nicht eintreten. Der Halter sollte diesen Grad der Zahmheit nicht voraussetzen. Wenn das Tier diese Stufe erreicht hat, ist dies sehr schön, falls nicht, dann ist es auch vollkommen in Ordnung.

Es kann durchaus einige Monate dauern, bis das Tier diese Stufe erreicht.

Merkmale der völligen Zahmheit:

Das Chinchilla lässt sich ohne Abwehrverhalten aufnehmen, es dreht dem Halter beim Fressen den Rücken zu,

es putzt sich auf dem Schoß des Halters, es zeigt kaum noch Schreckreaktionen

Wie erreiche ich die Zahmheit ?

Wichtig ist, dass die Tiere Vertrauen zum Halter aufbauen. Dies geht natürlich nicht, wenn der Halter Zwang auf sie ausübt oder sich sonst irgendwie „asozial“ ihnen gegenüber verhält. Alles sollte auf freiwilliger Basis passieren. Der Halter braucht gerade am Anfang viel Geduld. Chinchillas haben ihren eigenen Willen und sind nicht dressierbar. Mit der Zeit kann man allerdings feststellen, dass sie auf ihre Namen, manche Kommandos und sogar Gesten des Halters reagieren (wie gesagt, das ist keine Voraussetzung - manche Chinchillas werden nie richtig zahm).

Hilfsmittel für die Erreichung eines Zahmheitsgrades sind:
  • gute Haltungsbedingungen,
  • Geduld,
  • die für die Tiere typische Neugierde
  • gesunde Leckerlis.
Wie hebt man ein Chinchilla hoch?

Grundsätzlich sollte man Chinchillas zu nichts zwingen. Zwang kann das mühsam aufgebaute Vertrauen zum Halter zerstören. Dennoch gibt es Situationen (z.B. beim Tierarzt), wo man Chinchillas festhalten muß.

Hier empfiehlt sich der sog. Chin-Griff:

Der Halter führt eine Hand als Stütze unter den Bauch des Chinchillas und mit Daumen und Zeigefinger der anderen Hand fixiert er die Schanzwurzel. Nun kann man das Chinchilla hochheben. Das Fixieren der Schwanzwurzel ist notwendig, damit das Tier sich nicht unkontrolliert befreien kann und ggfs. aus großer Höhe auf den Boden fällt. Bitte niemals das Chinchilla ohne Stützhand aufnehmen. Die Schwanzwurzel kann durch das Eigengewicht und durch Zappeln des Tieres brechen. Auch eine Fixierung weiter hinten zur Schwanzspitze hin kann dazu führen, dass der Schwanz bricht.

Vielen Chinchillas ist dieser Griff unangenehm und sie wehren sich dabei. Es kann auch schon einmal etwas Fell abgeworfen werden. Aber der Griff ist die sicherste Methode.

Meine Chinchillas kennen den Griff leider so gut wie gar nicht. Eigentlich wurde er bisher nur beim Tierarzt angewandt. Dies ist eher suboptimal, weil ein Besuch beim Tierarzt somit erheblich stressiger ist, als er es ohnehin schon ist. Trotzdem bin ich froh, dass ich den Griff sehr selten anwenden muß, da eigentlich alles auf freiwilliger Basis abläuft. Ich muß sie z.B. beim Ende des Auslaufs nicht fangen, sondern sie gehen freiwillig bzw. nach Aufforderung in den Käfig zurück.

Ich rate daher jedem Halter, seine Tiere frühzeitig an den Griff zu gewöhnen.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch davon abraten ein Chinchilla von oben zu greifen. In der natürlichen Umgebung sind ihre Fressfeinde u.a. Greifvögel. Das Chinchilla kann den Griff des Halters von oben instinktiv mit dem Angriff eines Greifvogels verwechseln und erleidet somit Todesangst.

Vergesellschaftung/Verpaarungen:

Vergesellschaftung:

Leider kann ich zu diesem Thema aufgrund Erfahrungsmangels lediglich oberflächliche Informationen weitergeben, da ich bisher selbst noch keine Vergesellschaftung durchführen musste.

Trotzdem möchte ich zumindest auf einen wichtigen Punkt aufmerksam machen :

Bitte niemals fremde Tiere ohne vorherige Vergesellschaftung zusammenführen! Dies kann tödlich enden.
  • Normalerweise kann der Züchter des neu hinzu kommenden Tieres bei der Vergesellschaftung behilflich sein.
  • Weiterhin sind Informationen und Hilfestellungen über diese Problematik in Chinchilla-Foren zu finden.
Verpaarung:

Bevor man sich ein gegengeschlechtliches Pärchen anschafft, muß man sich darüber im Klaren sein, dass Nachwuchs fallen wird.

Dass ein Pärchen nie Nachwuchs produziert, wenn sie bereits als Jungtiere zusammen sitzen, ist leider noch immer ein hartnäckiges Gerücht.

Nicht alle Farben passen genetisch zusammen. Der Nachwuchs kann tot oder übel verkrüppelt zur Welt kommen. Die Schwangerschaft und die Geburt sind daher nicht nur ein großes Risiko für den Nachwuchs-sondern hauptsächlich für das Muttertier.

Bevor man sich für 2 Farben entscheidet bitte unter dem Stichwort "Letal-Faktor" Informationen einholen!
Auch hier kann ich wenig Hilfestellung bieten, weil bei Standards nur Standards fallen und ich mich daher nicht mit der Farbenlehre auseinandersetzen mußte.

Nachwuchs:

Deckakt:

Die Scheide der Weibchen ist mit einem Häutchen verschlossen. Sie sitzt zwischen Harnzapfen und After.Nur während der Hitze öffnet sich die Scheide. Die Hitze kommt periodisch etwa alle 4 Wochen. Bei größeren Beständen mit mehreren Weibchen kann man manchmal beobachten, dass alle (oder viele Weibchen) gleichzeitig hitzig werden. Die Hormone während der Hitze setzen Duftstoffe frei, welche bei den Böckchen die Paarungsbereitschaft auslösen. Die Böckchen stehen dann regelrecht unter Streß.Die Böckchen jagen die Weibchen durch den Käfig und versuchen sie zu decken. Viele Weibchen lassen sich dies nicht gleich gefallen und setzen sich heftig zur Wehr.Der Bock wird es aber immer wieder versuchen. Bei diesen Versuchen können schon einmal ein paar Büschel Fell im Käfig fliegen.Das sieht alles sehr grob aus. Und kommt rein optisch einer Vergewaltigung des Weibchens sehr nahe (hier zahlt sich dann ein unfallsicherer Käfig aus). Irgendwann erreicht der Bock sein Ziel und der Deckakt wird dann mehrmals vollzogen.

Deckpfropfen:

In manchen Fällen kann der Halter nach dem Deckakt den sogenannten Deckpfropfen im Käfig finden.Der Deckpfopfen ist ein gummiartiges Gemisch aus Scheidensekret und Sperma. Er hat die Aufgabe die Scheidenöffnung des Weibchens zu verstopfen, damit die Befruchtung erfolgen kann.Er ist etwa 5 cm lang.
Schwangerschaft:

In der Regel dauert die Schwangerschaft bei Chinchillas 111 Tage. Der Geburtstermin kann allerdings vereinzelt um +- 10 Tage variieren. Die Anatomie der weiblichen Chinchillas ist auf Mehrlingsgeburten ausgelegt (mehre Gebärmutterhörnchen, welche theoretisch zu unterschiedlichen Zeitpunkten befruchtet werden können).Während der fortschreitenden Schwangerschaft legt sich das Weibchen zur Entlastung des dicken Bauches öfter auf die Seite.Kurz vor der Geburt sucht sie sich eine Stelle auf dem Käfigboden und befreit diese von der Einstreu. Diese freie Stelle sollte vom Halter nicht mehr mit Einstreu bedeckt werden. Sie wird hier gebären.

Geburt:

Normalerweise verläuft eine Geburt ohne Komplikationen.Trotzdem stellt sie immer eine Gefahr für Leib und Leben der Mutter und der Babies dar.Deshalb halte ich den Plan, nur mal eben Nachwuchs zu produzieren, weil es so schön ist, für sehr bedenklich. Geburtshilfe ist bei Chinchillas aufgrund der geringen Körpergröße kaum möglich. Ein Kaiserschnitt birgt wegen der Narkose und der Nachsorge große Gefahren für das Muttertier.

Die Geburt kann einige Stunden dauern. Nach der Geburt des letzten Babys sollte der Halter den Bauch abtasten und überprüfen, ob auch tatsächlich alle Babies geboren wurden.

Wenn die Mutter die Nachgeburt frißt hat, ist das ein gutes Zeichen. Sie scheint gesund zu sein. Die Nachgeburt darf nicht entfernt werden, da nach ihrem Verzehr die Milchproduktion angeregt wird.Sollte die Mutter die Nachgeburt verschmähen, so ist das kein gutes Zeichen und es deutet auf ein evtl. Problem hin.

Der Halter muß auch darauf achten, dass die Scheide sich nach einigen Tagen von selbst wieder schließt. Sollte dies nicht der Fall sein, so könnten teile der Nachgeburt evtl. nicht ausgeschieden worden sein. Dies führt zu einer Entzündung im Körper des Weibchens und kann tödlich enden.

Der Tierarzt muß umgehend aufgesucht werden. Es wird dann ein Wehenmittel verabreicht, welches die Ausscheidung der Reste der Nachgeburt fördert.

Das Sandbad sollte kurz vor der Geburt bis etwa 3-5 Tage nach der Geburt (bis die Scheide vollständig geschlossen ist) aus dem Käfig entfernt werden.Die offene Scheide nimmt den Sand auf und dies kann auch zu bösen Gebärmutterentzündungen führen.Diese Entzündungen enden oft tödlich. Der Tod des Tieres ist sehr qualvoll, weil es regelrecht von innen verfault.

Die ersten Tage des Nachwuchses:

Die Babies sind bereits bei der Geburt voll entwickelt. Sie sind bereits behaart, können sehen und sich ganz normal bewegen.Nach der Geburt führt die Mutter einen Nackenbiss bei den Neugeborenen durch. Anhand der Reaktion der Babies erkennt sie, ob der Nachwuchs lebensfähig ist. Sollte irgendetwas nicht stimmen, so kann es passieren, dass sie das Baby tötet. Das ist grausam, aber es ist Natur und gehört dazu. Der Halter sollte hier nicht eingreifen.

Der Nachwuchs sollte zeitnah nach der Geburt gewogen werden. Anhand des Geburtsgewichtes kann man die weitere Entwicklung überprüfen. Neugeborene Chinchillas wiegen bei der Geburt 40-60 gr. Oder anders ausgedrückt: Babies in dieser Gewichtsklasse haben eine gute Chance, die nächste Zeit gut zu überstehen. Es kann allerdings 1-2 Tage dauern, bis die Mutter genügend Milch produziert. In dieser Zeit werden die Zitzen von den Babies angesaugt. Dieses Ansaugen in Verbindung mit dem Verzehr der Nachgeburt bewirkt den Milcheinschuß.

Chinchillas haben 6 Zitzen, davon sind 4 aktiv. Je nach Wurfgröße werden alle Zitzen oder entsprechend weniger Zitzen angesaugt. Der Halter kann das ganz gut sehen, weil nach einigen Tagen das Fell um die Zitzen durch die Saugaktivitäten ausfällt, bzw. abgenagt wird.

Die Babies können in den ersten zwei Tagen zunächst an Gewicht verlieren. Das ist kein Problem, denn sie sind darauf ausgelegt.Spätestens ab dem dritten Tag sollte das Gewicht jedoch stetig zunehmen.

Die Mutter sollte viel trinken, damit die Milchproduktion erleichtert wird. Man kann sie dazu animieren, wenn man etwas ungesüßten Apfelsaft ins Wasser mischt.

Bereits nach ein paar Tagen beginnen die Babies das chinchillatypische Verhalten (Probebiss, Baden im Sand, Kuscheln und Neugierde) zu zeigen. Außerdem mümmeln sie schon nach wenigen Tagen Pellets und Heu. Dabei kann man ein leises Knirschen ihrer noch nicht abgenutzten Zähne hören.

Erziehung durch die Eltern:

Ich konnte bei Brutus und Nero regelrechte Erziehungsmaßnahmen beobachten. Wobei ich der Meinung bin, dass Nero für die Maßregelungen der Babies zuständig war. Er nahm seine Aufgabe als Vater sehr verantwortlich wahr und maßregelte die Babies jedesmal, wenn sie zu frech wurden. Die Babies antworteten regelmäßig mit dem typischen "Tu-mir-Nichts"-Laut. Diesen Laut gibt Henry heute noch von sich, wenn er mal wieder frech zu Nero war und Nero ihn deshalb maßregelt.

Nach etwa 6 Wochen konnte man beobachten, dass Brutus die Babies weniger umsorgte und mehr Zeit für sich selbst beanspruchte.

Nach etwa 8-9 Wochenwurden die Babies immer weniger gestillt.

Trennung von den Eltern:

Die Trennung wird von vielen Züchtern nach etwa 9 Wochen vorgenommen. Andere Züchter trennen die Babies erst nach 12 Wochen von den Eltern.Ich bin der Meinung, dass die Babies so lange wie möglich bei den Eltern bleiben sollten. Sie haben somit mehr Zeit um für das Leben zu lernen.Ich wollte Lissy und Henry erst kurz vor der Geschlechtsreife (also erst nach 4 Monaten) trennen. Leider war Henry etwas frühreif sodaß ich bereits nach etwa 15 Wochen trennen mußte.

Geschlechtsreife:

Die Geschlechtsreife tritt im Alter von 4-6 Monaten ein. Natürlich gibt es auch Früh- oder Spätzünder.

Um Inzucht zu vermeiden, sollten die Babies spätestens kurz vor Eintritt der Geschlechtsreife von den Eltern und den gegengeschlechtlichen Geschwistern getrennt werden. 

...typisch Chinchilla:

Bocksprünge:

Wenn sich Chinchillas über etwas freuen, dann springen sie wild auf der Stelle. Im Auslauf laufen sie dabei hakenschlagend durch den Raum. Der Zustand kann mehrere Minuten andauern. Ich freue mich immer darüber, denn das ist ein Zeichen, dass es ihnen gut geht.

"Ecken"sprünge:

Chinchillas können aus dem Stand mehr als 1m hoch springen. Diese Sprungkraft hilft Ihnen, in Gefahrensituationen, sich vor dem Fressfeind zu retten. Im Auslauf kann man immer wieder beobachten, dass das Chinchilla in den Zimmerecken von Wand zu Wand springt. Das ist ein natürliches Verhalten. Es zeigt, wie sie in ihrer natürlichen Umgebung von Fels zu Fels springen können.

Pipidusche:

Bei Streitigkeiten untereinander, setzen Chinchillas als Abwehrmaßnahme ihren Urin ein. Sie stellen sich dabei auf die Hinterpfoten und spritzen einen Urinstrahl gegen den Feind/Streitpartner. Dieser Urinstrahl kann ziemlich weit durch den Raum spritzen und manchmal bekommt der Halter etwas davon ab, wenn er ungünstig steht. Bei den Mädels konnte ich dieses Abwehrverhalten öfter beobachten, als bei den Jungs.

Probebiss:

Chinchillas nagen alles an. Mit dem Probebiss wird ausprobiert, ob das Material fressbar oder zumindest benagbar ist. Daher sollte der Halter über Nagespuren an allen möglichen Stellen oder Gegenständen großzügig hinweg sehen. Es läßt sich bei der Chinchillahaltung nicht vermeiden.

Aus diesem Grund haben wertvolle oder auch gefährliche Gegenstände nichts im Auslauf verloren.

Fellabwerfen:

Bei Gefahr kann das Chinchilla Fellbüschel abwerfen. Dies ist eine Schutzfunktion. Der Fressfeind wird somit getäuscht,weil er denkt, er hätte das Chinchilla gepackt, und das Chinchilla kann somit entwischen.Der Halter kann dieses Verhalten manchmal in Stresssituationen (z.B. beim Fangen) beobachten.

Neugierde:

Chinchillas sind sehr neugierig.Teilweise ist es recht putzig, teilweise ist diese Eigenschaft recht nervig,weil Neugierde manchmal ziemlich gefährlich werden kann. Aber es gehört dazu.

Verhalten des Halters gegenüber seinen Chinchillas:

Damit das Zusammenleben mit den Chinchillas funktioniert, muss auch der Halter sein Verhalten anpassen.

Falls die Bereitschaft dazu fehlt, sollte die Anschaffung von Chinchillas nochmals überdacht werden.

Checkliste für den Halter:

Folgendes gilt es zu beachten:
  • der Halter muss sich im Klaren darüber sein, dass er die nächsten 18-22 Jahre Verantwortung für die Tiere übernimmt,
  • dazu gehört auch für Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen zu sorgen,
  • der Halter muss dafür bereit sein, auf andere Aktivitäten zu verzichten, falls ein Tier krank wird und dies versorgt werden muß,
  • der Futternachschub muss immer gewährleistet sein – ein Futterengpass sollte nicht allzu lange dauern
  • die Tierebrauchen tagsüber ihre Ruhe, auch in ihrer Wachphase können sich Alltagsgeräusche negativ auf sie auswirken,
  • der Halter sollte die Möglichkeit bieten, jederzeit etwas an der Situation ändern zu können (sollte der PC oder das TV im Chinchillazimmer stören, so muss ein alternativer Standort gefunden werden),
  • DVD-Surround-Sound und laute Parties sollten nicht in unmittelbarer Nähe des Käfigs stattfinden,
  • eine Wohnung an einer stark befahrenen Strasse ist nicht unbedingt förderlich
  • er muss –um Haltungsfehler und Krankheiten zu vermeiden- dazu bereit sein, sich Fachwissen anzueignen,
  • Rauchverbot im Chinchilla-Zimmer (im Kinderzimmer raucht man ja auch nicht...),
  • der Auslauf sollte regelmäßig unter Beobachtung gewährt werden,
  • der Halter braucht Geduld im Umgang mit den Tieren

Haltung

Herkunft:Südamerika/Anden

Art:Chinchilla lanigera (unsere Heimtiere)

Körperlänge:20-25 cm

Schwanzlänge:10-20 cm

Gewicht:400-800 gr

Fell:1-2 cm, etwa 60-80 Haare wachsen aus 1 Haarwurzel

Lebenserwartung:etwa 18-22 Jahre

Geschlechtsreife:4.-6. Monat

Tragezeit:111 Tage, 1-5 Babies

Chinchillas sind Exoten !

Chinchillas stammen ursprünglich aus den südamerikanischen Anden. Sie leben in einer Höhe von bis zu 5000 Metern. Das natürliche Umfeld ist sehr karg und wüstenähnlich. Die Luftfeuchtigkeit ist dort sehr gering. Ihre Fressfeinde sind meist Greifvögel (deshalb sollte man ein Chinchilla nie von oben packen)..

  • In der Käfighaltung können sie zwischen 18 und 22 Jahren alt werden!


Chinchillas sind sehr anspruchsvolle Tiere. Ihr putziges Aussehen und ihre relativ geringe Körpergröße verleiten Außenstehende dazu zu denken, man könne sie halten wie Hamster oder Kaninchen.Chinchillas sind in der Haltung ebenso anspruchsvoll wie andere Exoten. Nur hat man vor Exoten wie Schlangen, Echsen oder Spinnen aufgrund ihrer äußeren Erscheinung mehr Respekt und vermutet letztlich auch viele Ansprüche an die Haltung,

Chinchillas sind sehr reinliche und saubere Tiere.

Sie sind sehr reinlich. Sie haben kaum Eigengeruch, der Kot stinkt nicht und der Urin ist auch erträglich - allerdings muss der Halter mit viel Dreck in der direkten Käfigumgebung und teilweise auch in der Wohnung rechnen.Sollte eine gewisse Käfighygiene jedoch nicht eingehalten werden, so kann man dies natürlich auch bald riechen.

Man sollte sich durch ihr Aussehen nicht blenden lassen.

Manchmal erinnert mich ihr Wesen an die Gremlins aus dem gleichnamigen Film.Wenn man dies und jenes falsch macht, passiert dies und das. Der Autor von Gremlins hatte bestimmt auch Chinchillas.

Erst sind sie lieb und hübsch – im nächsten Moment verwandeln sie sich in regelrechte Monster.

Anschaffung :

Vor der Anschaffung sollte der Käfig bereits fertig eingerichtet und an seinem angedachten Platz in der Wohnung zur Verfügung stehen. Nachträgliche Umbauarbeiten sind natürlich manchmal noch notwendig, sollten allerdings eher die Ausnahme sein.

Züchter :

Grundsätzlich empfehle ich, Chinchillas direkt über einen seriösen Züchter zu beziehen !

Leider habe ich aktuell keine Liste parat. Hilfestellung gibt es aber in diversen Foren und auch in Facebook-Gruppen.

viele Vorteile:

  • man kann sich vorher über den Ruf des Züchters erkundigen,
  • man kann sich selbst von den Haltungsbedingungen ein Bild machen,
  • man wird über Krankheiten in der Linie informiert, bzw. man kann sicher sein, dass mit kranken Tieren nicht weitergezüchtet wird,
  • der Züchter gibt Wissen weiter,
  • er steht in vielen Fällen auch später bei fachlichen Problemen zur Seite,
  • er ist bei Vergesellschaftungen behilflich


Zoohandlung :

Von Chinchillas aus dem Zoohandel rate ich ab, da in den meisten Fällen die Haltungsbedingungen sehr schlecht und wenig artgerecht sind, der Halter nicht weiß welche Krankheiten bei den Tieren genetisch vorprogrammiert sind und weil ganz einfach sehr oft kein kompetenter Ansprechpartner anzutreffen ist.

Hier besteht eine große Wahrscheinlichkeit dass man latent kranke oder zumindest psychisch kranke Tiere erwirbt.

Allerdings gibt es auch wenige Ausnahmen. Nicht alle Zoohandlungen bieten schlechte Haltungsbedingungen !

Vor dem Kauf der Tiere in einer Zoohandlung sollte man auf gewisse Dinge achten:

der Käfig der Tiere sollte nicht im Verkaufsraum, sondern in einem separaten Raum stehen, wo sie tagsüber so wenig wie möglich Streß erleiden und nicht dauernd durch Publikumsverkehr gestört werden,

 

  • der Käfig muß sauber, groß und artgerecht eingerichtet sein,
  • es dürfen keine Vögel in der unmittelbaren Umgebung gehalten werden
  • es muß ausreichend chinchilla-gerechtes Futter vorhanden sein
  • die Form und Konsistenz der Köttel muß gut sein,
  • Abstand zu anderen Tierarten sollte ausreichend vorhanden sein,
  • die Tiere sollten ein ausgeglichenes Wesen haben,
  • sie müssen gesund aussehen und wirken,
  • der Verkäufer sollte Fachwissen haben
  • der Verkäufer sollte einen Anreiz bieten, dass man sich mindestens 2 Tiere anschafft. - bzw. sollte er sich weigern, ein Tier in Einzelhaltung zu verkaufen,
  • optimalerweise fungiert der Verkäufer als Vermittler, sodass die Tiere nur kurz oder sogar gar nicht im Laden "zwischengelagert" werden.


Tierheim:

Auch Chinchillas aus dem Tierheim haben eine neue Chance verdient. Hier gilt es zu beachten, dass viele Tierheim-Chinchillas bereits eine bewegte Vergangenheit haben können, welche den Halter evtl. überfordern könnte.Der Halter trägt hier eine besondere Verantwortung. Die Tiere bei einem Interessensverlust erneut in ein Tierheim abzuschieben, kann einen großen Schaden bei den Tieren anrichten (das gilt natürlich für jede Tierart).

Der interessierte Halter muß sich seiner besonderen Verantwortung bewußt sein.

Da die Abstammung von Tierheim-Chinchillas meist unbekannt ist( Erbkrankheiten,Geschwister, Inzucht), sollte man mit diesen Tieren nicht züchten.

Welche Tiere sind für mich geeignet?

Grundsätzlich sollte man sich vorher überlegen, ob man ein gegen- oder gleichgeschlechtliches Pärchen halten möchte.

Wenn man sich für die Variante der Haltung eines gegengeschlechtlichen Pärchens entscheidet, muß man mit Nachwuchs rechnen.

Hier gilt es zu beachten, dass das Weibchen nicht vor dem 12.Lebensmonat gedeckt werden sollte.

Sie befindet sich selbst noch im Wachstum und eine Schwangerschaft ist sehr anstrengend. Eine zu frühe Schwangerschaft kann die Entwicklung des Weibchens hemmen oder gar schädigen. Außerdem kann es passieren, dass sie aufgrund mangelnder Lebenserfahrung mit der Aufzucht des Nachwuchses überfordert ist.

Dass ein Chinchilla-Weibchen spätestens bis zum 2. Lebensjahr das erste Mal geworfen haben soll, weil sonst der Geburtskanal verknöchert, halte ich für ein Gerücht. Meiner Meinung nach würde die Natur, wenn es wirklich schädlich wäre, eine Schwangerschaft nach dem 2. Jebensjahr verhindern.

Die Vermittlung des Nachwuchses ist allerdings nicht immer einfach und man muß damit rechnen, dass man manche Jungtiere nur schwer oder sogar gar nicht vermittelt bekommt.

Weiterhin kann es passieren, dass man den Nachwuchs mit der Hand aufziehen muß, wenn die Mutter die Babies nicht annimmt oder selbst vielleicht sogar verstirbt.

Manchmal wird der Nachwuchs vom Muttertier getötet, weil er nicht lebensfähig ist. Dieser Vorgang kann mitunter ein paar Stunden/Tage dauern.

Bevor man ein gegengeschlechtliches Pärchen hält, sollte man sich folgende Fragen stellen:

  • Habe ich genug Möglichkeiten den regelmäßigen Nachwuchs in gute Hände zu vermitteln? (ein Chinchilla kann bis zu 3x im Jahr 1-4 Babies werfen)
  • Will ich das Muttertier regelmäßig der Gefahr von Komplikationen bei der Geburt aussetzen?
  • Habe ich genug Zeit, den Nachwuchs evtl mit der Hand aufzuziehen?
  • Habe ich genug Platz um nicht-vermittelbare Tiere artgerecht unterzubringen?
  • Komme ich damit klar, wenn ein Baby wegen Krankheit verstirbt oder durch die Mutter getötet wird?
  • Kenne ich mich in der Farbenlehre aus und weiß welche Farben der Elterntiere miteinander harmonieren und welche nicht?


Sofern man eine oder mehrere Fragen mit "NEIN"beantworten muß, empfiehlt sich die Haltung von gleichgeschlechtlichen Pärchen/Gruppen.

Hier spielt es keine Rolle, ob man sich für Böckchen oder Weibchen entscheidet.Beide Geschlechter lassen sich problemlos gleichgeschlechtlich halten.

Dass sich zwei oder mehrere Böckchen nicht vertragen ist leider noch immer ein hartnäckiges Gerücht.

Probleme kann es allerdings zwischen Böckchen geben, wenn ein hitziges Weibchen in der Nähe ist. Deshalb sollte man Weibchen nicht im selben Zimmer halten, in dem sich auch eine Böckchen-Gruppe befindet.

Während der Hitze der Weibchen kann es zu schlimmen Kämpfen zwischen den rivalisierenden Böckchen kommen.

Aber auch hier gilt: Es gibt auch Ausnahmen (siehe Nero und Sir Henry)...

Trotzdem sollte man bei Bedarf die Mädels oder die Böckchen jederzeit in ein anderes Zimmer umsiedeln können, damit die Rivalitäten der Böcke aufhören.

Die nächste Überlegung sollte sich auf den Charakter der Tiere beziehen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Vergesellschaftung von 2 dominanten Tieren sehr schwer ist oder gar nicht funktioniert, ist nicht unbedingt gering.

Optimal ist es, wenn nur 1 Tier das dominantere ist, oder wenn beide etwas ruhiger sind.

Um den Charakter der Tiere beurteilen zu können, sollte man sie sich vor der Anschaffung in ihrer gewohnten Umgebung in den Abendstunden während ihrer aktiven Phase anschauen.

Nur so kann man sich ein objektives Bild über den Charakter der Tiere verschaffen.

Notfalltiere und Anfänger? :

Grundsätzlich rate ich Anfängern von der Anschaffung von Notfalltieren ab.

Diese Tiere haben meist eine schlimme Vergangenheit hinter sich, sind krank oder traumatisiert.Obwohl der Halter es gut meint, besteht die Gefahr, dass er aus Unwissenheit vieles falsch macht und den Zustand der Tiere somit ungewollt verschlimmert.Wenn der Halter die Tiere erneut wegen Überforderung abgeben muß, dann besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass der erlittene Schaden des Tieres evtl. irreparabel wird.Wenn der Neuling sich dennoch nach reichlicher Überlegung für Notfalltiere entscheidet, dann muß Hilfe durch einen erfahreneren Halter verfügbar sein.

Der Neuling übernimmt mit der Aufnahme von Notfalltieren eine sehr große Verantwortung !

Natürlich gibt es unterschiedliche Arten von Notfällen und man muß immer den Einzelfall betrachten.

Notfalltiere mit körperlichen Behinderungen sind sicherlich für einen Neuling einfacher zu halten, als Tiere mit seelischen Traumatas oder kompliziert zu heilenden/versorgenden Krankheiten.

Bitte diesen Abschnitt nicht falsch verstehen ! Ich wünsche mir sehr, dass jedes Notfalltier eine faire Chance für ein schönes und langes Leben bekommt. Ich habe den größten Respekt vor jedem Halter, der einem Notfalltier eine wirkliche Chance gibt. Allerdings muß man realistisch sein und den Neuling auf gewisse mögliche Problematiken hinweisen. Dies gehört zur Aufklärung dazu. Gerade in dieser Thematik genügt nicht nur der gute Wille - die Taten müssen auch dauerhaft umgesetzt werden!

Kosten:

Für Neulinge ist es sicherlich interessant einmal eine Vorstellung zu bekommen, was die Haltung von Chinchillas eigentlich kostet.

- Die Angaben können variieren und sind nur relative Richtlinien -

Käfig und Erstausstattung:

  • Den ersten Käfig für Brutus und Nero kaufte ich in einem Garten-Center für knapp 200,00.- Euro.
  • Dazu kommen noch Sitzbretter aus dem Bauhaus und aus diversen Internet-Shops für etwa 60,00,- Euro.
  • Hängehaus 25,00.- Euro.
  • Holzhaus 15,00.- Euro.
  • Sandwanne 10,00.- Euro.
  • Trinkflasche 6,00.- Euro.
  • Futternapf 5,00.- Euro.
  • Tonröhre 5,00.- Euro. 
  • Heuraufe 4,00.- Euro.
  • Transportbox 20,00.- Euro.
  • Gesamtkosten für die Erstausstattung in einer relativ günstigen Variante: 350,00.- Euro.


Anschaffung Tiere:

Die Preise für Chinchillas sind sehr verschieden und richten sich nach ähnlichen Kriterien, wie bei anderen Tierarten auch. Die Preise beginnen teilweise bei 40,00 Euro und Enden teilweise bei einigen hundert Euro (je nach Farbe, Stammbaum, etc.)

Brutus und Nero kosteten je 80,00.- Euro. Da ich mich für 2 Tiere entschieden habe, überließ der Verkäufer sie mir für 60,00.- Euro pro Tier.

Anschaffungskosten Tiere am Beispiel Brutus und Nero: 120,00.- Euro.

Tierarztkosten für Erstuntersuchung mit Kotanalyse 50,00.- Euro.

Gesamtkosten für die Anschaffung: etwa 520,00.- Euro.

plus

sonstiges (Literatur, Klimagerät, Rotlichtlampe für Notfälle, Medikamente) 400,00.- Euro.

laufende Kosten pro Monat:

Die Preisangaben orientieren sich an der Haltung von mindestens 2 Tieren und sind relative Angaben.
Es existieren natürlich Preisunterschiede am Markt.

Die Kosten steigen nicht proportional mit der Zahl der Tiere, da weniger Müll anfällt.

Das bedeutet, dass z.B. 4 Tiere nicht wesentlich mehr als 2 Tiere kosten müssen, da die Kapazitäten besser ausgelastet sind.

Dies ist ein weiteres Argument für die Gruppenhaltung!

Pellets 1kg 2,50.- Euro.

Heu 2 kg 3,00.- Euro.

Sand 2,5 l 4,50.- Euro.

Einstreu etwa 120 l 4,00.- Euro.

Gesamtkosten pro Monat: 15-20,00.- Euro.

..und dann kam der Käfig für Nero und seinen Sohn Sir Henry und später für Brutus und Lissy:

Kostenpunkt für die Modelle mit Einrichtung jeweils 1000,00.- Euro

Außerordentliche Kosten:
Es ist unbedingt ratsam, für die ein oder andere Gelegenheit immer eine Geldreserve zur Verfügung zu haben.
Schnell kann es passieren, dass unvorhergesehene Kosten auf den Halter zukommen können. So kann z.B. ein Knochenbruch, eine Operation, eine chronische Krankheit schnell mehrere hundert Euro verschlingen. So etwas kann jeder Zeit passieren.

Kein Halter möchte wohl sein Tier alleine aus Kostengründen verlieren müssen.

Mit der Anschaffung der Tiere übernimmt man eine moralische Verantwortung und man ist dazu verpflichtet, alle möglichen Mittel zur Rettung eines Tieres (natürlich nur solange eine reelle Chance auf Erholung besteht) bzw. zur Ermöglichung eines möglichst artgerechten Lebens zur Verfügung zu stellen.

Ich empfehle für solche Gelegenheiten einen Betrag von mindestens 500,00.- Euro.

Nach knapp 11 Jahren Chinchilla-Haltung kann ich berichten, dass ich insgesamt etwa 3000 EUR an Tierarztkosten zu zahlen hatte. Die mehrjährige Krankheit von Lissy trug einiges dazu bei und aktuell die beiden letzten Fälle von Henry und Heaven kosteten mit Einäscherung ca. 900 EUR.

Umgebung:
Da die Lebensgewohnheiten von Mensch und Chinchillas grundsätzlich unterschiedlich sind, kann es hier zu gewissen Interessenskonflikten kommen.

Chinchillas sind nachtaktiv - in der Nacht schläft der Mensch normalerweise.

Käfigstandort:
Die Komplexität der Haltung beginnt schon bei der Wahl des Käfigstandortes.

Kriterien für die Wahl des Käfigstandortes:

  • tagsüber ruhig
  • Schutz vor Luftzug
  • keine direkte Sonneneinstrahlung
  • keine Außenhaltung


Chinchillas sind sehr stressempfindlich.
Man kann sie zwar an viele Alltagsgeräusche gewöhnen, trotzdem müssen sie tagsüber möglichst ungestört bleiben. Dies sollte zu einer Grundregel werden.

Sollte sich der Käfigstandort im Wohnbereich des Halters befinden, müssen die Tiere tagsüber ignoriert werden. Dies hält Stress von ihnen ab und reduziert die Gefahr, dass sie aus ihrem natürlichen Wach-/Schlaf-Rhythmus gebracht werden.

Chinchillas sind nachtaktiv. Eine Umgewöhnung auf Tagaktivität wirkt lebensverkürzend und kann großen psychischen Schaden verursachen!

Stress kann sich negativ auf die Psyche und Gesundheit der Racker auswirken. Ähnlich ergeht es dem Menschen, wenn er nachts nicht zu seinem wohlverdienten Schlaf kommt. Daher sollte der Käfig möglichst nicht(auch aus hygienischen Gründen) im Schlafzimmer stehen.

Der Käfigstandort muss demnach gut überlegt sein. Selbst ein Umzug des Käfigs im selben Raum von der einen Ecke zur anderen Ecke des Zimmers kann für die Tiere zu einem Problem werden.

Aufgrund der klimatischen Bedingungen in unseren Breitengraden ist von einer Außenhaltung dringend abzuraten !

Sollte man die Bedürfnisse der anspruchsvollen Tiere aufgrund der Wohnsituation nicht befriedigen können, so rate ich dringend von der Haltung dieser Exoten ab.

Man schadet den Tieren und wird mit der Zeit als Halter selbst unglücklich, weil sie dazu neigen, sehr viel Zeit und Platz zu beanspruchen.

Im Idealfall bekommen die Chinchillas ein eigenes Zimmer. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es für beide Seiten nur von Vorteil ist.

Anfangs war der Käfig meiner Chinchillas im W ohnzimmer untergebracht. Nach einiger Zeit fühlte ich mich in der damaligen 2-Zimmer-Wohnung immer mehr als Gast. Man traute sich gar nichts mehr zu tun - weder Besuch empfangen, noch Radio- ,TV- oder DVD-Surround-Lärm. Später wurden sie dann u.a. aus diesem Grund im Schlafzimmer untergebracht - was mich dann um meinen Schlaf brachte, da der Lärm wirklich unerträglich ist (außerdem ist es unhygienisch und daher ungesund). Inzwischen habe ich eine neue Wohnung und sie haben ihr eigenes Zimmer. Diese Variante ist zugegeben eher die Luxusvariante, aber ich kann wirklich nur dazu raten.

Zugluft:
Chinchillas sind sehr zugempfindlich. Daher ist es wichtig, dass der Käfigstandort zugfrei ist. Man kann dies sehr gut mit dem sog. "Kerzentrick"testen. Einfach eine Kerze am Käfigstandort anzünden und die Flamme beobachten. Steht sie still senkrecht nach oben, so ist diese Stelle im Zimmer zugfrei. Pendelt die Flamme aber hin und her oder neigt sie sich zur Seite, so kann man davon ausgehen, dass an dieser Stelle Zugluft ist. Dieser Standort ist dann weniger geeignet.

Umgebungstemperatur:
Die Umgebungstemperatur sollte zwischen 18 und 22 Grad liegen. Die Temperatur im Chinchillaraum darf zwar ruhig kälter sein – schließlich sind es Pelztiere, allerdings sollte die Temperatur nicht unter 15 Grad sinken, damit der Halter keine Gesundheitsschäden bei einem längeren Aufenthalt im Raum davonträgt (aber auch hier sind die unteren Grenzen Geschmackssache).

Die Höchsttemperatur sollte die 25 – 26 Grad nicht übersteigen. Chinchillas können nicht schwitzen.

Der Wärmeausgleich findet über die Extremitäten des Körpers (Ohren, Maul, Hand- u. Fußsohlen) statt.

Ab einer gewissen Temperatur kann der Organismus nicht mehr mithalten und es besteht akute Lebensgefahr wegen eines Hitzschlags.

Luftfeuchtigkeit:
Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40% und 60% liegen.

Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann Krankheiten und Fellschäden verursachen.

Weiterhin begünstigt eine zu hohe Luftfeuchtigkeit die Bildung von Pilzen und Keimen. Im Sommer liegt die Luftfeuchtigkeit sehr oft über den Grenzwerten.

Die Luftfeuchtigkeit lässt sich mit einem sog. Hygrometer messen.

Chinchillas und der Sommer :
Die Anatomie der Chinchillas ist aufgrund ihrer ursprünglichen natürlichen Umgebung auf sehr extreme Bedingungen ausgelegt. Sie können - ähnlich wie Hund oder Katze - nicht schwitzen. Der Wärmeaustausch findet über die Extremitäten (Schnauze, Pfotenunterseiten und Ohren) statt. Ursprünglich sind die Chinchillas in den Hochgebirgen Südamerikas beheimatet. Dort sind sie extremen Wetterbedingungen und Witterungseinflüssen mit Temperaturschwankungen von –20 bis + 30 Grad ausgesetzt. Allerdings ist die Luftfeuchtigkeit dort geringer als bei uns, das macht die Hitze erträglicher für sie..

Je geringer die Luftfeuchtigkeit ist, umso besser kommen sie mit hohen Temperaturen klar.

Aber Achtung: eine dauerhaft zu geringe Luftfeuchte (z.B. trockene Heizungsluft im Winter) ist auch schädlich. Zu trockene Luft begünstigt die Austrocknung von Schleimhäuten und kann Probleme in den Atemwegen oder bei den Augen hervorrufen.Insofern sollte man versuchen, 40% Luftfeuchte nicht zu unterschreiten (Wasserschale auf der Heizung, Venta Luftwäscher).

Leider sind die Wetterbedingungen in unseren Breitengraden weniger optimal für sie. Besonders im Sommer ist die Luftfeuchtigkeit bei uns oft sehr hoch. Aus diesem Grund bergen hohe Temperaturen große Gefahren für sie.

Hilfreich für die Reduzierung der Temperatur im Sommer:

  • Tonröhren,
  • Granit-Fliesen,
  • gekühlte Wasserflaschen
  • Luftentfeuchter
  • mobiles Klimagerät


Tonröhren :
Tonröhren bieten eine kühle Rückzugsmöglichkeit.

Granit-Fliesen:
Chinchillas nutzen sie im Sommer gerne zur Kühlung der Füße.

Chemische Luftentfeuchter:
Chemische Luftentfeuchter reduzieren im Sommer die Luftfeuchtigkeit.Die Wirkung variiert je nach Größe des Raumes.

gekühlte Wasserflasche:
Für den Notfall -im Falle eines Hitzeschlages- empfiehlt es sich, immer eine gekühlte Wasserflasche im Kühlschrank parat zu haben. Diese Flasche dient sozusagen als nagefester Kühlakku.

mobiles Klimagerät:
Ein mobiles Klimagerät sorgt für eine Reduzierung der Raumtemperatur und reduziert gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit.

Käfig:

Ein Käfig kann nie groß genug sein!
Das Wort zu groß sollte es in diesem Zusammenhang nicht geben. Die Tiere müssen ihr Leben darin verbringen. Daher sollte ein Käfig ihnen auch etwas bieten können. Selbst regelmäßger Auslauf kann auf Dauer kein Ersatz für einen zu kleinen Käfig sein.

Weiterhin gilt es zu beachten, dass die allgemein in den Zooläden erhältlichen „Chinchilla-Käfige“ zu klein und mit ihrer Kotwanne aus Plastik nicht artgerecht sind.

Chinchillas sind Nagetiere und werden alles annagen, u.a. auch das Plastik der Kotwanne. Auf Dauer kann es giftig wirken und schlimme Krankheiten oder Verletzungen im Darm hervorrufen.

Ein guter Käfig ist optimalerweise mit Kotwannen aus rostfreiem Edelstahl ausgestattet.

Die Käfiggröße für 2 Chinchillas sollte nicht kleiner als 100x180x60 cm (B x H x T) sein.

Der Kaufpreis für den Käfig sollte unbedingt in das Budget für die Anschaffung von Chinchillas einkalkuliert werden. Die Preise variieren für relativ gute Käfige je nach Größe zwischen 200,00.- und 1000,00.- Euro. Wer hier spart, tut sich keinen Gefallen, da die Qualität eines Käfigs wegen der langen Lebensdauer der Tiere wirklich gut sein sollte.
Wenn man handwerklich begabt ist, kann man natürlich auch einen Käfig aus Holz selbst herstellen. Oft werden Holzkäfige aus Korpussen von IKEA-Schränken gebaut.

Jede Käfigart hat ihre Vor- und Nachteile.

Ausstattung:
Folgende Utensilien sind ein Muss für jeden Käfig:

  • Kotwanne aus Metall
  • Sitzbretter
  • Holz- /Hängehäuschen/Rückzugsmöglichkeit
  • Sandbadewanne
  • Futternapf
  • Getränkeflasche
  • Heuraufe (nur von außen an den Käfig anbringen)

Als Sandbadewanne eignet sich hervorragend eine Auflaufform, ein Blumentopf oder ein großer Futternapf (z.B. für große Hunde).

Das Gefäß darf nicht umkippen, wenn ein Chinchilla darauf herumklettert.

Hier ein paar Beispiele für geeignete Sandbadewannen :

Von den handelsüblichen Blechbadewannen zum Einhängen in den Käfig rate ich wegen der großen Verletzungsgefahr ab.

Kleine Aquariensind auch weniger geeignet, da das Glas von den Chinchillas meist sehr spät oder gar nicht wahrgenommen wird. Meine Chinchillas sind regelmäßig dagegen gelaufen. Außerdem besteht die Gefahr, dass es aus irgendwelchen Gründen auseinanderbrechen kann. Scherben im Käfig können viel Schaden bei den Tieren anrichten.

Holzhäuschen/Rückzugsmöglichkeiten:

Damit sich die teilweise sehr empfindlichen Fluchttiere wohl fühlen, ist es unbedingt notwendig, ihnen genügend Rückzugsmöglichkeiten zu bieten.

Rückzugsmöglichkeiten können sein:

  • Röhren aus Kork,
  • Weinlagersteine aus Ton
  • Holzhäuser/Hängehäuser aus Metall

Wichtig ist, dass die Tiere sich geborgen fühlen.

Weiterhin sollte mindestens 1 Rückzugsmöglichkeit pro Tier zur Verfügung gestellt oder zumindest so große Rückzugsmöglichkeiten im Käfig geschaffen werden, dass die Tiere sich nicht um den Platz darin streiten müssen.

Auf diese Weise wird gewährleistet, dass sie sich auch einmal aus dem Weg gehen können. Stress innerhalb der Gruppe kann somit vermieden werden.

Die Materialien, aus denen die Rückzugsmöglichkeiten bestehen, müssen chinchillatauglich sein.Von Papp- oder Plastikröhren (z.B. Teppichrollen) rate ich wegen der Vergiftungsgefahr ab.

Getackerte Holzhäuser aus Spanholz stellen auch eine Gefahr dar:
Teilweise werden die Tacker-Klammern freigenagt. Es ist schon vorgekommen, dass ein Chinchilla eine Klammer mitgefressen hat. Diese Klammer setzte sich im Kiefer fest und blieb lange Zeit unentdeckt. Erst bei einer Röntgenaufnahme ist sie aufgefallen.

Im Handel gibt es geleimte Häuser aus Massivholz.Der Leim ist zwar auch ungesund, allerdings kommen die Chinchillas an die geleimten Stellen normalerweise nicht dran. Diese Häuschen sind zwar etwas teurer, aber sie halten länger.

Metallhängehäuschen sind auch sehr zu empfehlen.Man kann sie in das Käfiggitter einhängen. Im Sommer verschafft das Metallgehäuse sogar ein bißchen Kühlung.

Trotzdem sollte man vorher prüfen, ob die Käfigwände stark genug für das Gewicht des Häuschens (natürlich inklusive Tiere) sind.

Notfalls muß man die Käfigwände mit einem Holzbrett verstärken.

Außerdem besteht die Gefahr, dass sich die Haken, mit denen das Haus am Gitter befestigt wird, durch die Vibrationen der springenden Tiere lösen bzw. abbrechen(vor kurzem in einem meiner Käfige geschehen).

Das Gewicht des Häuschens kann ein darunter sitzendes Tier erschlagen.

Weiterhin empfehle ich, die Länge der Röhren auf eine Armlänge zu begrenzen, damit der Halter im Notfall jederzeit an das Tier heran kommt.

Die Eingänge zu den Rückzugsmöglichkeiten sollten für den Halter aus Sicherheitsgründen leicht einsehbar sein.

Futternapf:

Wasserflasche:

Aus hygienischen Gründen rate ich vonTrinknäpfen ab.

  • Das Wasser kann in den Näpfen sehr leicht durch Kot oder urinbeschmutzte Einstreu verunreinigtwerden. Dies kann auf Dauer sehr ungesund für die Tiere werden.
  • Außerdem kann ein Napf sehr leicht umfallenund somit auf unbestimmte Zeit die Wasserversorgungder Tiere unterbrechen.Dies kann gerade an heißen Tagen fatale Folgen haben.
  • Schließlich kann das Wasser aus einem umstürzenden Trinknapf auch ein Tier nass machen. Das Tier kann sich aufgrund der speziellen Fellbeschaffenheit sehr leicht erkälten.

Badesand:
Der in den Zoohandlungen angebotene Sand ist meist Quarzsand. Dieser Sand ist zwar recht preiswert,

allerdings beschädigt er auf Dauer das Fell der Chinchillas.

Empfehlenswert ist Attapulgit-Sand. Er ist dem Staub, in dem sich die Wildchinchillas baden, von der Beschaffenheit sehr ähnlich. Er ist zwar etwas teuerer als der Quarzsand, allerdings zahlt er sich aufgrund seiner guten Eigenschaften nach kurzer Zeit wieder aus.

Von Zeit zu Zeit kann man den Sandzusatz Blue Cloud im Verhältnis 1:2 oder auch 1:1 daruntermischen.

Blue Cloud ist ein sehr feiner Sand, welcher optimal für die Fellpflege ist. Viele Züchter lassen ihre Chinchillas vor einer Bewertungsschau darin baden. Leider ist Blue Cloud sehr teuer. Daher eignet es sich nicht als ständiges Sandbad.

Wie lange kann man eine Portion Badesand verwenden?

Je nach Grad der Verschmutzung reicht es aus, vorausgesetzt der Sand wird täglich gesiebt, wenn man den Sand 1x wöchentlich austauscht. Natürlich sollte er öfter ausgetauscht werden, wenn gerade ein Pilz oder andere ansteckende Krankheiten im Käfig kursieren.

Kann man das Sandbad permanent zur Verfügung stellen?

Es gibt geteilte Meinungen über die permanente Gabe des Sandbades:
Manche Halter stellen den Tieren das Sandbad lediglich für ein paar Minuten am Tag zur Verfügung. Dies soll sozusagen ein Highlight im Chinchilla-Alltag darstellen - gerade wenn sie keinen regelmäßigen Auslauf bekommen können. Die Tiere sollen sich auf etwas freuen (ähnlich wie sie sich auf den Auslauf freuen).

Die andere Meinung besagt:
Das Sandbad dient nicht nur der Fellpflege ,sondern auch dem Stressabbau. Aus diesem Grund soll es den Tieren permanent zur Verfügung stehen.

Ich persönlich teile die zweite Meinung. Die Tiere sollen die Möglichkeit haben, den evtl. entstehenden Stress dann abzubauen, wenn Bedarf besteht.Einen Gewöhnungseffekt an das Sandbad konnte ich bislang noch nicht feststellen.

Natürlich erzwingen manche Krankheitsbilder den Verzicht auf das Sandbad für mehrere Tage am Stück.

Hygiene:
Käfighaltung erfordert regelmäßige Reinigungsmaßnahmen.

Eine gewisse Grundhygiene hilft Krankheiten für die Tiere und auch für den Halter zu vermeiden.

Bitte keine chemischen Reinigungsmittel benutzen !

Auch Käfig-Deo o.ä. ist absolut unnötig. Essigwasser reicht vollkommen aus.

tägliche Reinigungsmaßnahmen:

  • Sitzbretter fegen
  • nasse Einstreu austauschen
  • Sandbad sieben
  • Wasser in der Tränke austauschen
  • Heu vom Vortag austauschen
wöchentliche Reinigungsmaßnahmen:
  • Käfig reinigen
  • gesamte Einstreu austauschen
  • Sitzbretter mit Essigwasser abwaschen
  • Sandbad austauschen

Diese Arbeiten sind teilweise wirklich nervtötend. Aber sie sind wichtig. Dem Halter muß auch klar sein, dass der Müll irgendwie entsorgt werden muß.

Nagematerial:
Das Thema „Nagematerial“ gehört nicht nur in den Themenbereich „Ernährung“, es gehört ebenso zum Thema „Haltung“. Chinchillas benötigen Nagematerial, damit die permanent wachsenden Nagezähne immer wieder abgenutzt werden können.

Die unteren Nagezähne sind länger als die oberen Nagezähne (Verhältnis 3:1).

Chinchillas haben einen sehr ausgeprägten Nagetrieb.Das Nagen dient auch der Befriedigung des Spieltriebes und stellt somit einen Zeitvertreib dar.Deshalb sollte man immer ausreichend Nagematerial zur Verfügung stellen und dies auch bei der Käfigeinrichtung berücksichtigen.

Wenn zu wenig Nagematerial zur Verfügung gestellt wird, nutzen sich die Nagezähne nicht ausreichend ab.

Dies kann zu Problemen bei den Backenzähnen führen, weil der Abrieb durch die beginnende Zahnfehlstellung der Nagezähne nicht mehr gewährleistet ist.

Der Halter sollte folgende Nagemöglichkeiten permanent zur Verfügung stellen:
  • Äste (z.B. Weide, Haselnuss, Apfelbaum oder Birnbaum)
  • Ytonstein (aus dem Baummarkt)
  • Holzhäuschen
  • Sitzbretter

Die Äste müssen frei von Vogelkot oder Moos sein. Nageäste sollten, bevor die Chinchillas darüber herfallen, über Nacht in Wasser eingeweicht, anschließend mit einer Bürste gereinigt und danach getrocknet werden, damit keine Krankheitserreger eingeschleppt werden.

Zeitaufwand:
Jedem Halter muß klar sein, dass es mit der Anschaffung der Tiere alleine nicht getan ist.
Die Tiere brauchen täglich frisches Futter und Wasser, sie benötigen regelmäßig Nagematerial, der Käfig und die Umgebung muß gereinigt werden, sie brauchen täglichen Zuspruch und Beschäftigung und schließlich benötigen sie regelmäßig Auslauf.

Alles in Allem kann ich berichten, dass ich für meine 4 Chinchillas täglich mindestens 2 bis 2,5 Stunden meiner Freizeit aufbringen muß.eues Textfeld >>

           

Ernährung

Das wohl sensibelste Thema in der Chinchillahaltung ist die Ernährung.

Chinchillas leben in der Natur in einem sehr kargen, wüstenähnlichen Umfeld. Aus diesem Grund kommen sie mit sehr karger Kost und auch mit sehr wenig Wasser aus. Ihre Verdauung ist daher nur auf trockene und karge Kost ausgelegt. Die wenigen Nährstoffe werden sehr gut in Energie umgewandelt.

In der Heimtierhaltung besteht oft das Problem, dass die Tiere falsch gefüttert, bzw. mit Nährstoffen über- oder

unterversorgt werden.Dies kann langfristig zu den verschiedensten Krankheiten (z.B. Ziegenrücken) führen.

Das Problem hierbei ist, dass viele Krankheiten erst nach ein paar Jahren bemerkt werden - meist erst dann, wenn es bereits zu spät ist.

Neben der Problematik der Überversorgung mit Nährstoffen, kann man auf der anderen Seite oft eine Unterversorgung der Tiere durch eine zu einseitige Ernährung erkennen. Diese Unterversorgung zeigt sich innerhalb eines kürzeren Zeitraumes durch z.B. weiße/helle Zähne, Gewichtsverlust, Krampfanfälle, etc.

In vielen Fällen zeigt sich eine Fehlernährung innerhalb kurzer Zeit in der Kotbeschaffenheit.

Der Kot sollte täglich kontrolliert werden. Es gibt keine Normgröße für die Köttel.

Die Köttel der einzelnen Chinchillas können unterschiedlich groß oder dick sein. Allerdings sollten sie nicht zu weich sein. Optimalerweise sind sie saftig dunkelbraun und trocken.

Wichtig ist, dass die Kotbeschaffenheit dauerhaft gleich bleibt.

Störungen wie z.B. Durchfall oder Verstopfung können hier und da einmal auftreten, sollten aber nach spätestens 3-4 Tagen von selbst wieder verschwunden sein (falls dies nicht der Fall ist, bitte umgehend Rücksprache mit dem Tierarzt halten!).

Chinchillas haben einen Stopfmagen. D.h. die Verdauung funktioniert nur, wenn der Magen permanent Nahrungsbrei in den Darm schiebt. Eine Unterbrechung dieses Vorganges kann dazu führen, dass die Verdauung zusammenbricht. Dies kann innerhalb von kurzer Zeit tödlich enden.

Deshalb sollte permanent Futter zur Verfügung stehen.

Chinchillas können sich nicht übergeben. Das lässt die Anatomie nicht zu.Daher sind Vergiftungen meist sehr fatal für sie, da der vergiftete Mageninhalt nicht instinktmäßig ausgewürgt werden kann.

Die Tatsache, dass Chinchillas Nagetiere sind, ist auch ein wichtiger Aspekt für die Ernährung.

Die Zähne wachsen permanent und müssen dauernd abgenutzt werden. Die vorderen Nagezähne werden durch den Nagevorgang regelmäßig abgeschliffen.

Die Backenzähne müssen auch permanent abgenutzt werden, da sie sonst Fehlstellungen bilden können. Diese Fehlstellungen führen im schlimmsten Fall nach einigen qualvollen Behandlungen durch den Tierarzt zum Tod.

Heu fördert den Abrieb der Backenzähne und versorgt die Verdauung mit ausreichend Rohfasern. Es sollte daher neben den Pellets die Hauptnahrung sein.

Chinchillas brauchen immer Appetit, damit sie Lust auf Heu haben.

In einem Buch schrieb der Autor sinngemäß: " Chinchillas muß man füttern wie armer Leute Kinder..."

Weiterhin muss man beachten, dass Chinchillas sehr naschfreudige Tiere sind. Leider können sie nicht unterscheiden, was gut oder schlecht für sie ist. Sie knabbern alles an und wenn es ihnen schmeckt, wird es gefressen.Sie betteln auch regelrecht nach Leckerlis und der Halter hat nicht immer die Willensstärke, dem Betteln zu widerstehen.

Hier gilt es zu beachten, dass jedes Leckerli (oder sonstiges) die Tiere ein Stückchen satter macht und sie deshalb als Folge weniger Heu fressen, was letztlich zu Zahnproblemen führen kann.

Futter :
Wie soll die Nahrung von Chinchillas aussehen ?

Wie eingangs bereits erwähnt, sollte die Nahrung der Chinchillas nicht übermäßig üppig ausfallen.

Heu :
Das Heu sollte permanent zur Verfügung stehen. Gutes Heu erkennt man an der „knackigen“ Konsistenz. Es darf nicht muffig riechen. Optimalerweise erinnert der Geruch an Tee. Damit der Vorrat lange hält, muss es trocken und sauber gelagert werden. Feuchtes Heu neigt zur Schimmelbildung und kann somit bei Verzehr Krankheiten verursachen.Wenn man sich das Heu selbst bei einem Landwirt besorgt, muss man darauf achten, dass es frei von giftigen Kräutern/Gewächsen (z.B. Herbstzeitlose) ist. Außerdem kann es passieren, dass man sich durch das Heu Parasiten einschleppt. Daher rate ich zum Kauf von gutem Markenheu, weil es meist sauberer ist als das Heu direkt vom Landwirt.Weiterhin sollte man lediglich pures Heu ohne Kräuterbeimischungen geben (maximal Bergwiesenheu). Ein Mix aus Kräutern kann wegen der unterschiedlichen Heilwirkung der einzelnen Kräuter auf Dauer schädlich sein.

Ein Chinchilla sollte mindestens 1 handvoll Heu am Tag fressen.

Pellets sind inzwischen nicht mehr das Hauptfutter :

Grundsätzlich sollte man gute Markenpellets geben (z.B. Bavaria Chinchilla, Ovator, Berkel, etc.).
Nur diese Markenpellets garantieren die optimale Nährstoffzusammensetzung und gleichen den Nährstoffbedarf der Tiere aus.

Man sollte sich dauerhaft für 1 Marke entscheiden, da eine Futterumstellung nicht ganz unproblematisch ist.Die Futterumstellung muss Schritt für Schritt über mehrere Tage hinweg durchgeführt werden, da es sonst zu ernsthaften Verdauungsproblemen kommen kann.

Deshalb ist es wichtig eine Marke zu wählen, bei der man leicht an Nachschub kommt.

Da die Nährstoffe mit der Zeit in den Pellets verfliegen, dürfen sie nicht älter als 3 Monate sein. Viele Hersteller geben leider ein Mindesthaltbarkeitsdatum von 12 Monaten an. Lassen Sie sich hierdurch nicht beirren. Nach 3 Monaten sind die Pellets unnütz und müssen ausgetauscht werden. Auch bei der Lagerung der Pellets sollte auf entsprechende Hygiene geachtet werden. Über verdorbene Pellets können sich die Tiere mit Krankheiten anstecken.

Über die Portionsgröße von Pellets gibt es unterschiedliche Ansichten.

Bisher habe ich es immer so gehandhabt, dass der Futternapf immer randvoll mit Pellets war, damit sie zumindest 2 Tage versorgt waren falls mir unvorhergesehen durch z.B. einen Unfall etwas zustößt.

Durch eine Proteus-Verkeimung von zweien meiner Chinchillas war ich gezwungen, eine Art Pelletsdiät zu halten.

Ich musste den Rohproteingehalt im Futter zurückfahren und erreichen, dass die Chinchillas mehr Heu fressen, damit die Rohfaser den Keim aus dem Darm fegt.

Bei dieser Gelegenheit habe ich die Pelletsration auf etwa 1 bis 1,5 EL Pellets pro Tier am Tag reduziert.

Erstaunlicherweise konnte ich beobachten, dass das Gewicht von allen Tieren trotz reduzierter Pelletsgabe zunahm und der gestiegene Appetit auf Heu hat hoffentlich eine positive Auswirkung auf den Abrieb der Backenzähne.Aufgrund dieser Erfahrung gebe ich seither täglich nur noch 1,5 EL Pellets pro Tier.

Die Hauptnahrung sollte aus Heu, Kräuter- und Blättermischungen, Ölsaaten bestehen !

Pellets gebe ich inzwischen nur noch als Nebenfutter.

Heu sorgt für den Abrieb der Backenzähne und versorgt das Chinchilla mit den benötigten Rohfasern.

Dies hat m.E. nur Vorteile:
  • weniger Belastung der angeschlagenen Darmflora durch das Rohprotein,
  • mehr Appetit auf Heu, da sie weniger satt durch die Pellets sind,
  • erstaunlicherweise konnte ich eine Gewichtszunahme verzeichnet werden,
  • sie freuen sich sogar über ein Pellet als Leckerli-Ersatz
Leckerlis:

Prinzipiell sollte sehr sparsam mit der Gabe von Leckerlis umgegangen werden. Jedes Stückchen unnötiges Futter macht das Chinchilla ein bisschen mehr satt und trägt dazu bei, dass weniger Heu gefressen wird.

Auch über die Arten der Leckerlis gibt es unterschiedliche Ansichten, auf welche ich nicht näher eingehen möchte.Meine Chinchillas bekommen dann und wann ein Leckerli zugesteckt.

Folgende Leckerlis stehen auf meiner Liste:
  • Hagebutten (ganze oder gestoßene Früchte),
  • Apfelstückchen (frischer oder getrockneter Apfel),
  • Mariendistel,
  • getrocknete Brennnessel
  • Kräuter aller Art
  • Mandeln
  • Erdnüsse
Don´ts in der Chinchilla-Ernährung :

Grundsatz in der Chinchilla-Ernährung:

Nicht alles, wo geeignet für Chinchillas auf der Verpackung steht, ist auch tatsächlich gut für Chinchillas.
  • Keine Bananen !
  • Keinen Pizzateig !
  • Keine Reste von einem Leberwurstbrot !
Die Verdauung ist sehr empfindlich und gerät bei kleinsten Störungen leicht aus dem Gleichgewicht.
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